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	<title>Garten der Denker</title>
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	<description>Gardden des Geistes</description>
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		<title>Schaf oder Nichtschaf … das ist hier die Frage!</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 09:12:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Philosophie ist eine der ältesten Wissenschaften, wenn nicht gar die Älteste. Seit der Antike grübeln, nörgeln und fragen einige wenige Auserkorne nach Dingen, über die kein Mensch zuvor nachgedacht hat. Zumindest scheint es so. In Wirklichkeit hingegen haben sich die Fragen nicht großartig seit Sokrates, Platon und Anaximander verändert. Einige sind hinzugekommen. Wenige sind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Philosophie ist eine der ältesten Wissenschaften, wenn nicht gar die Älteste. Seit der Antike grübeln, nörgeln und fragen einige wenige Auserkorne nach Dingen, über die kein Mensch zuvor nachgedacht hat. Zumindest scheint es so. In Wirklichkeit hingegen haben sich die Fragen nicht großartig seit Sokrates, Platon und Anaximander verändert. Einige sind hinzugekommen. Wenige sind geklärt worden. Eine, die in der letzten Zeit auftauchte, ist die, nach der Natur der Philosophiestudenten.</p>
<p>Vor einiger Zeit las ich die wenigen Zeilen eines Ehemaligen, der seine einstigen Kommilitonen als eine Gruppe von Menschen beschrieb, die auf engstem Raum zusammenhockten und sich gegenseitig zu beweisen suchten, dass sie etwas wüssten. Das ist nicht fernab der Wahrheit. Philosophiestudenten sind aus Überzeugung immer anderer Meinungen. Das gebietet ihr Ruf. Dennoch scheint es, als würde man der Mannigfaltigkeit ihrer Erscheinung damit nicht gerecht. Des Einen Überzeugung ist dem Anderen Spott. Beobachtungen haben gezeigt, dass man jedoch gewisse Idealtypen abgrenzen kann, die sich nach Äußerem, Haltung und Revierverhalten klar von einander unterschieden.</p>
<p>So gibt es den Theologiephilosophen, dessen eine Hand stets krampfhaft Kants <em>Kritik der reinen Vernunft </em>umklammert hält. Denn dieses Werk verkündet ihm die allein selig machende Wahrheit. Er ist immer fähig und willens jeden Diskussionspartner mit Kants konstruiert gedrechselten Thesen die Wahrheit ins Gehirn zu hämmern, um dann mit einem zufriedenen Grinsen und den Worten: „Ich sagte es doch!“ über den niedergerungenen Feind hinweg zu steigen. Im Grunde hat er den falschen Kurs gewählt. In einem Bachelorgemisch aus Theologie und Jura würde er Spitzennoten schreiben, wenngleich sein Professor ihn bremsen müsste, nicht gleich den von ihm geleiteten Kurs zu übernehmen.</p>
<p>Ferner gibt es den Studenten, der eigentlich lieber <em>International drug designment </em>studieren würde. Dies aber aufgrund der aktuellen strafrechtlichen Lage nicht darf und somit zu der Wissenschaft zu gehören glaubt, die am ehesten Bewusstseinserweiterung als positiven Akt des Denkens akzeptieren könnte. Sein Hörsaal ist der Gemeinschaftraum des Seminars, wo er über die unerträgliche Leichtigkeit des Seins fabuliert.</p>
<p>Dann haben wir da den wahrscheinlich attraktivsten der Denker. Den, der denkt, dass zwischen wilden Haaren und Genie eine kausale Beziehung existiere. Wie Einstein, Marx und Nietzsche glänzt er mit einer furiosen, selbstvergessen wirkenden Frisur. Wer meint, dies geschähe aufgrund eines Geistes, der sich in höhere, weniger profane Sphären zurückgezogen habe, der irrt. An seiner Haartracht zeigt sich des Studenten wahre Begabung.</p>
<p>Auch kreuzt eine besondere Art von Student stets zur vollen Stunde, und somit fünfzehn Minuten zu früh, auf. Der Staatsrechtler, der – aus aufrechtem Interesse und moralischen Gewissensbissen – neben Jura auch einen Blick in die Rechtsphilosophie werfen will. Eines Tages wird er sich zwischen Recht oder Gerechtigkeit entscheiden müssen. Doch bis dahin quält er sich mit Kants Vorstellungen eines vollkommenen Weltbürgerrechts, wohl wissend, dass selbst der große Denker diese für unrealistisch hielt. Er ist ein Träumer, der meint, dass, sollte der Mensch sich eines Tages nur noch an das Recht halten, die Welt eine bessere, die Beste, wäre. Ob er erkennen wird, dass er den Traum eines Totalismus träumt, ist mehr als fraglich.</p>
<p>Weiterhin soll der Sprachphilosophiestudent erwähnt werden. Er ist der Horror eines jeden Professors. Er legt jedes Wort auf die Diamantwaage. Er vermag jede Frage als sprachlich vages Gebilde zu enttarnen und sinniert am liebsten über den fundamentalen Unterschieden zwischen den Antipoden „scheinbar“ und „anscheinend“. Zum Germanisten fehlt ihm die Fähigkeit fünf Wörter hintereinander zu reihen ohne anschließend eine Stunde über ihnen zu brüten. Zum Philosophen das Talent.</p>
<p>Nicht zuletzt haben wir den Lehramtsphilosophiestudenten. Er lebt in natürlicher Feindschaft zum Rest der Studenten, denn seine Einstellung zur höchsten Wissenschaft, der Königin schlechthin ist die, dass „er das ja nicht begreifen müsste. Dat müsse er nur unterrichten.“ Diese Verachtung, mit der er die Krone des menschlichen Schaffens straft, ist unverzeihlich. Kein ernsthafter Vertreter der angeführten Kategorien eins bis fünf kann nach dem obligatorischen „… und was studierst du?“  noch ein vorurteilsfreies Wort mit ihm wechseln.</p>
<p>Schließlich haben wir den Studenten höherer Semester, der sowohl Descartes, Kant als auch Hegel kennen und fürchten gelernt hat und nun gar nichts mehr weiß. Der zerstörerische Skeptizismus der großen Denker hat seinen nicht ganz so schillernden Geist überfordert und unrettbar beschädigt. Tod oder Leben, Wissen oder Hoffen, Jetzt oder Nie, wo ist da noch der Unterschied. Sein oder Nichtssein, das ist für ihn keine Frage mehr. Alles ist relativ und was heute wahr, ist es vielleicht morgen auch.  Ob aus diesem Verirrten auf See eines Tages doch noch ein kontemplativer Geist werden wird, hängt eigentlich nur von einer Sache ab. Die, das ein jeder Philosoph eines Tages erkennen muss, dass er es nicht vermag die Philosophie zu begreifen. Wenn, dann ergreift sie ihn. Ihm bleibt einzig das Staunen als angemessene Reaktion auf die Unglaublichkeit, an die wir uns gewöhnt haben.</p>
<p>Philosophiestudenten sind eine Herde blökender Schafe, von denen jedes versucht anders  zu sein als das andere und doch im eigenen Fell gefangen bleibt. Sie sind meist sehr angenehme Zeitgenossen, werden jedoch selten auch in anderen Zeiten noch genossen.</p>
<p>Warum ich das Recht habe so über sie zu schreiben? Nun, ich bin zu meinem Schmach Teil der Herde.</p>
<p>Ich bin das Schwarze Schaf.</p>
<p><em>Ich bin anders! </em></p>
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		<title>Made in Denkfabrik</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Dec 2009 23:34:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bachelor]]></category>
		<category><![CDATA[Bologna]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Seele der Studenten ist weidwund zwischen der Furcht abgehängt zu werden und dem Wunsch der eigenen Passion auch mal ohne das Credit-Point-Rechnungsbuch nachzugehen. Ein Bildungssystem, das auf Effizienz setzt, auf Leistungsmaximierung, ein solches System will nicht gesund erscheinen. Made in Denkfabrik wird wohl bald auf den Produkten der Universitäten stehen. Wenn da mal nicht der Wurm drin ist ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit einigen Wochen überbieten sich einige Politiker in ihrem Verständnis für die protestierenden Studenten. „<a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2009-12/gabriel-steinmeier-fu-protest" target="_blank">Gabriel, der Studentenversteher</a>“ titelte die ZEIT und <a href="http://www.zeit.de/studium/hochschule/2009-12/schavan-studenten-gewalt-proteste" target="_blank">Schavan bekam den oppositionellen Zorn ihrer Kollegen zu spüren</a> , als sie einigen Studenten völlig zu Recht vorwarf die Proteste für Vandalismus zu nutzen. Auch die großen Wochenblätter fühlten sich einstimmig berufen, den Ruf der Studenten aufzunehmen und sich recht unkritisch damit selbstgerecht in Pose zu rücken. „<a href="http://www.zeit.de/2009/48/01-Studentenproteste" target="_blank">Nehmt sie ernst!</a>“ <a href="http://www.zeit.de/2009/48/01-Studentenproteste"></a> forderte die ZEIT ohne sich der studentischen Forderungen wirklich ernsthaft – und differenziert – anzunehmen und „<a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E56C44A968F6B48A09734CF6C9D3DE02E~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">So geistvoll wie die Rechtschreibreform</a>“  ließ die FAZ den Bachelor durch die Zwischenprüfung rasseln. Einstimmig der Chor derer, die ja eigentlich <a href="http://www.zeit.de/2006/22/Bachelor_xml" target="_blank">schon immer dagegen</a> gewesen sind.</p>
<p>In jedem Gesangsverein gibt es Stimmen, die stärker sind als andere und solche, die man gelegentlich überhört. So auch jene, denen es nicht in erster Linie um neues, milliardenschweres Geld geht. Jene, die eher die Berührung mit dem ganz großen Geld scheuen. Insbesondere in den Geisteswissenschaften gibt es ein unwohliges Gemurmel darüber, dass Universitäten seit einiger Zeit offiziell Firmen sind und Studenten de jure Angestellte. Die <a href="http://www.zeit.de/studium/hochschule/2009-12/bachelor-master-kultusminister" target="_blank">39-Stundenwoche</a> verlangen die Kultusminister. Ein Narr, der darin nicht Tarifverhandlungen wieder entdeckt. Die Universität verkommt in ihrem Selbstverständnis zur Denkfabrik. Offiziell leitet ein Vorstand die Firma, wenngleich <a href="http://www.zuv.uni-heidelberg.de/imperia/md/content/einrichtungen/zuv/recht_u_gremien/gesetze/lhg_stand_02.03.09.pdf" target="_blank">der Gesetzestext Rücksicht auf sentimentale Gefühle nehmen will</a> und anstelle von Aufsichtsrat und Vorstand &#8220;hochschulspezifische Bezeichnung[en]&#8221; erlaubt.</p>
<p>Die Bolognareform mag in einigen Punkten korrigiert werden. Bleiben wird der unterschwellige Gedanke, dass an Universitäten der Rohstoff Gehirn zu Gedanken umgewandelt wird, um dann in möglichst effizienter Art und Weise in Hausarbeiten, Klausuren und Zwischenprüfungen veredelt zu werden. Produzierendes Gewerbe, das nach marktliberalen Prinzipien funktioniert.</p>
<p>Angebot. Nachfrage?</p>
<p>Das Primat der Ökonomie schleicht sich in unser Denken, was im Übrigen nicht schon wieder eine vernichtende Kapitalismuskritik ist … vielmehr eine traurige Bestandsaufnahme. Studieren soll produktiv sein, soll rasch vorüber sein. Das Wort „Regelstudienzeit“ ist in aller Munde und das die angestrebte durchschnittliche Semesterzahl beinahe erreicht sei. Die Seele der Studenten ist weidwund zwischen der Furcht abgehängt zu werden und dem Wunsch der eigenen Passion auch mal ohne das Credit-Point-Rechnungsbuch nachzugehen. Ein Bildungssystem, das auf Effizienz setzt, auf Leistungsmaximierung, ein solches System will nicht gesund erscheinen. <em>Made in Denkfabrik</em> wird wohl bald auf den Bewerbungsunterlagen zukünftiger Akademiker stehen. Wenn da mal nicht der Wurm drin ist &#8230;</p>
<p>Am Eingangsportal der Ruprecht-Karls-Universität zu Heidelberg steht in dünnen Lettern der Wahlspruch „<a href="http://www.uni-heidelberg.de/univ/grafik/seite2.jpg" target="_blank">Dem lebendigen Geist</a>“ geschrieben. Zur Zeit der geistigen Barbarei der Faschisten ersetzte man ihn. Fortan sollte dem „Deutschen Geist“ das Streben gewidmet sein.</p>
<p>Das ist Geschichte. Aber vielleicht sollten wir heute ehrlich sein und es ebenfalls ein wenig abändern, denn das Ideal scheinen wir heute anders zu definieren.</p>
<p>„Dem <em>produktiven</em> Geist“ für eine begrenzte, karriereorientierte Studentenjugend. Vorbei die Zeiten, als noch nichts nötiger als das Unnötige schien.</p>
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